„Zu den (Aussichts-)Türmen“ – Teil 2 am 16.05.2026

Foto: Nic Rohmann
Text: Nic Rohmann

Am vergangenen Samstag lud der MULTISPORT LOS e.V. zum zweiten Teil der Tourreihe „Zu den (Aussichts-)Türmen“ ein. Die rund 110 Kilometer lange Gravelbike‑Tour führte erneut zu markanten Aussichtspunkten und historischen Orten der Region – eine abwechslungsreiche Mischung aus sportlicher Herausforderung, Naturerlebnis und spannenden Einblicken in die regionale Geschichte.

Fürstenwalde – Bullenturm und Wasserturm

Der erste Abschnitt führte nach Fürstenwalde, wo direkt an der alten Stadtmauer der Bullenturm angesteuert wurde. Anschließend ging es weiter zum Wasserturm am Bahnhof. Beide Bauwerke boten einen atmosphärischen Auftakt und erste schöne Fotomotive.

Woltersdorfer Aussichtsturm & das „märkische Hollywood“

Bei Kilometer 31 erreichte die Gruppe den 25 Meter hohen Woltersdorfer Aussichtsturm, der auf 102 Metern über dem Meeresspiegel steht. Der markante Holzturm eröffnet einen weiten Blick über Wälder und Seen und beherbergt ein kleines Museum. Die Ausstellung „Als Woltersdorf noch Hollywood war“ zeigt historische Fotografien und Kulissenreste aus der Stummfilmzeit. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts galt Woltersdorf tatsächlich als „märkisches Hollywood“: Über 50 große Stumm- und Monumentalfilme entstanden hier – vor allem Abenteuer- und Historienstreifen. Die Landschaft rund um Kalksee und Kranichsberge bot ideale Kulissen für exotische Schauplätze und dramatische Szenen.

Glockenturm im Museumspark Rüdersdorf

Nur wenige Kilometer weiter erreichte die Gruppe den Glockenturm im Museumspark Rüdersdorf. Der Turm wurde nach vierjähriger Bauzeit im Jahr 2002 originalgetreu wiedererrichtet und fügt sich heute als markanter Orientierungspunkt in das weitläufige Freigelände ein. Der kurze Aufstieg lässt sich ideal mit einem Spaziergang durch den historischen Park verbinden. Mit seiner schlichten, aber eindrucksvollen Architektur trägt der Turm zur authentischen Atmosphäre des ehemaligen Kalksteinreviers bei.

Ehemaliges Elektrizitätswerk mit Wasserturm

Bei Kilometer 42 folgte ein Halt am ehemaligen Elektrizitätswerk am Stienitzsee, auch bekannt als Kraftwerk Hennickendorf. Das zwischen 1913 und 1915 errichtete Wärmekraftwerk versorgte einst die umliegenden Kalk- und Zementwerke sowie zahlreiche Ziegeleien mit Strom. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Turbinen 1946 demontiert, doch das Gebäude blieb erhalten und fand neue Nutzungen: zunächst als Kulturhaus („Haus der Ziegler“), später als DEFA‑Studio, das bis Mitte der 1970er Jahre aktiv war.

Wachtelturm in Hennickendorf

Nur drei Kilometer weiter wartete der nächste markante Punkt: der Wachtelturm auf dem Wachtelberg. Der 28 Meter hohe Aussichtsturm gilt als Wahrzeichen des Ortsteils und ist sogar im früheren Gemeindewappen abgebildet. Sein Name erinnert an seine ursprüngliche Funktion als Wachturm, von dem aus die Umgebung überwacht wurde. Heute bietet er einen weiten Blick über Wälder, Seen und die sanft hügelige Landschaft – ein idealer Zwischenstopp, der sportliche Anstrengung und regionale Geschichte verbindet.

Steinpyramide Garzau

Auf dem Weg in die Märkische Schweiz durfte ein Halt an der Steinpyramide von Garzau nicht fehlen. Sie gilt als größte Feldsteinpyramide Deutschlands und ist Teil der historischen Gesamtanlage rund um Schloss Garzau und den Landschaftspark. Die auf einem Hügel errichtete Pyramide entstand 1784 und war ursprünglich als mögliches Mausoleum für Friedrich Wilhelm Carl Graf von Schmettau vorgesehen. Heute bildet sie einen markanten Blickfang und einen lohnenden Zwischenstopp.

Feuerwachturm Buckow – höchster Punkt der Märkischen Schweiz

Bei Kilometer 75 erreichte die Gruppe den Feuerwachturm in Buckow, der auf dem Krugberg steht – mit 129 Metern die höchste Erhebung der Märkischen Schweiz. Der Turm dient der Waldbrandüberwachung und ist in der Regel nicht zugänglich, bildet aber als markante Landmarke ein attraktives Ziel und einen besonderen Orientierungspunkt der Tour.

Schlauchturm, Wasserturm und Turmvilla in Waldsieversdorf

Nur gut fünf Kilometer weiter, in Waldsieversdorf, begegnet man gleich mehreren Türmen mit ganz eigener Geschichte. Zunächst fällt der rote Schlauchturm der Freiwilligen Feuerwehr ins Auge, ein markanter Holzturm, der früher zum Trocknen der Feuerwehrschläuche diente.

Das bekannteste Wahrzeichen des Ortes ist jedoch der denkmalgeschützte Wasserturm von 1908. Heute dient er als Aussichtsturm mit Fernrohr und bietet einen weiten Blick über die Märkische Schweiz – darunter auch auf die Turmvilla in der Kindermannstraße, erbaut im Jahr 1905. Im Inneren lässt sich zudem die historische wassertechnische Ausstattung besichtigen.

Wasserturm, Berliner Torturm und Küstriner Torturm in Müncheberg

Bei Kilometer 87 führte die Route durch Müncheberg, wo gleich drei markante Türme das historische Stadtbild prägen. Der Berliner Torturm (Pulverturm) und der Küstriner Torturm (Storchenturm) zählen zu den bedeutendsten mittelalterlichen Bauwerken der Stadt. Ergänzt wird das Ensemble durch den Wasserturm, der als technisches Denkmal die Silhouette Münchebergs bestimmt.

Im Zentrum des Ortes steht die Stadtpfarrkirche, deren Ursprünge auf eine Zisterziensergründung des 13. Jahrhunderts zurückgehen.

Turmwindmühle Tempelberg

Bei Kilometer 95 folgte ein kurzer Fotostopp an der ehemaligen Turmwindmühle von Tempelberg, die heute zu Wohnzwecken genutzt wird. Sie liegt direkt an der Nordroute des Jakobswegs Frankfurt (Oder) – Berlin.

Schloss Steinhöfel – Abschluss der Tour

Der letzte Halt führte nach Steinhöfel, zum spätklassizistischen Schloss und seiner weitläufigen Parkanlage im englischen Landschaftsstil. Das Schloss Steinhöfel zählt seit jeher zu den schönsten Adelssitzen der Mark Brandenburg. Zum Abschluss der zweiten Etappe rückten hier besonders die beiden charakteristischen Seitentürme des Schlosses in den Fokus – ein stimmungsvoller Schlusspunkt, der die vielfältige Sammlung an Türmen dieser Tour eindrucksvoll abrundete.

Damit geht eine eindrucksvolle Turm‑Tour-Serie zu Ende – und macht Platz für neue Abenteuer. Lasst euch überraschen, wohin die nächste Reise führt.

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